Rassebeschreibung

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Der Labrador Retriever ist ein sehr geduldiger und ausgeglichener Hund. Daneben zeichnet ihn seine (Kinder)Freundlichkeit und seine Intelligenz aus.

In vielen Ländern Europas ebenso wie in den USA zählt der Labrador Retriever zu den beliebtesten Hunderassen – wenn nicht sogar zur beliebtesten Hunderasse. Es ist daher nicht überraschend, dass der Labrador Retriever auch in Deutschland in den letzten Jahren immer wieder zum beliebtesten Rassehund gewählt worden ist:

Neben seiner ursprünglichen Eigenschaft als jagdlicher Apportierhund eignet sich der Labrador Retriever auf Grund seines Wesens hervorragend als Familien- oder Begleithund.

Da dem Labrador Retriever sehr viel am engen Zusammenleben mit seinen Menschen liegt und mit seiner einfühlsamen Art zu einem harmonischen Klima beitragen kann, wird er darüber hinaus auch als Schul-, Büro- oder Therapiehund sehr geschätzt. Auf Grund seiner feinen Nase eignet sich der Labrador Retriever auch als Such- und Rettungshund. Ebenso wird der Labrador Retriever als Blindenhund eingesetzt. Nur als Wach- und Schutzhund eignet sich ein Labrador Retriever nicht und soll sich laut Rassestandard auch gar nicht dafür eignen.

Obwohl der Labrador Retriever uneingeschränkt als Familienhund geeignet ist, benötigt er ausreichende geistige und körperliche Beschäftigung. Hierzu empfehlen sich Dummy- oder Apportierarbeiten sowie Unterordnungsarbeit beispielsweise im Bereich (Rally)Obedience. Auf Grund seines Körpergewichts eignet sich der Labrador Retriever nur bedingt für Übungen im Bereich Agility.

Da er täglich Auslauf benötigt, eignet sich der Labrador Retriever nicht für die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung. Da er stets die Nähe zu seinen Menschen sucht scheidet eine Zwinger- oder Kettenhaltung für den Labrador Retriever aus. Der Labrador Retriever kann für eine begrenzte Zeit allein gelassen werden, benötigt aber auch Ansprache. Auf Grund seines Wesens ist der Labrador Retriever ein gern gesehener Hund, der im Regelfall überall mit hingenommen werden kann.

Obwohl der Labrador Retriever als „Anfängerhund“ gilt, braucht er trotzdem eine gute, insbesondere konsequente Erziehung und liebevolle Führung. Es sollte daher – wie jede andere Rasse auch – von klein auf trainiert werden. Bei richtiger Erziehung erweist sich die Mensch-Hunde-Beziehung regelmäßig als problemlos. Unerwünschte Verhaltensweise lässt sich der Labrador Retriever relativ leicht mit positiver Verstärkung (Leckerlies) abgewöhnen. Hierbei sollte jedoch auf eine artgerechte und nicht übermäßige Ernährung geachtet werden.

Die Beschaffenheit seines Fells sorgt dafür, dass sich die Fellpflege des Labrador Retrievers als wenig aufwendig bzw. nicht sehr zeitraubend gestaltet. Auch die Pflege der Augen, Krallen und Pfoten ist nicht sehr anspruchsvoll. Auf Grund seiner Liebe zum Wasser sollte aber insbesondere der Pflege seiner Ohren eine gewissenhafte Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Der Labrador Retriever ist ein robuster Hund. Bei artgerechter Haltung und Ernährung haben Sie über viele Jahre einen treuen Freund und Begleiter an Ihrer Seite.

Nachfolgend finden Sie noch eine Zusammenfassung der Rassebeschreibung:

Beim „klassischen“ Labrador Retriever („Showlinie“) handelt es sich um einen kräftig gebauten, mittelgroßen Hund, der einen breiten Kopf und einen deutlichen Stopp aufweist. Gezüchtet wird der klassische Labrador Retriever grundsätzlich in den Farben Schwarz, Gelb und Braun. Mittlerweile sind weitere Farben hinzugekommen (Charcoal, Champagner und Silver), die von den internationalen Dachverbänden entweder noch nicht anerkannt werden oder nicht als eigene Farbe gelten, sondern den drei Grundfarben zugerechnet werden. In Abhängigkeit von den Elterntieren können in einem Wurf mehrere oder auch alle drei Farben vorkommen. Die „Otterrute“ stellt das rassetypische Merkmal des Labrador Retrievers dar. Diese ist am Ansatz sehr dick und verjüngt sich allmählich zur Rutenspitze hin. Die Rute ist rundherum mit kurzem, dicken Fell bedeckt. Ebenfalls ein rassetypisches Erscheinungsbild ist das stockhaarige Haarkleid, das kurz, dicht, hart, nicht wellig und mit guter Unterwolle versehen ist. Für Rüden beträgt die ideale Schulterhöhe ca. 56 bis 57 cm, für Hündinnen ca. 54 bis 56 cm. Der „Field-Trial“ Labrador Retriever („Arbeitslinie“) ist leichter gebaut, besitzt einen schmäleren Kopf mit meist langem Fang und wenig Stopp, hat eine geringere Brusttiefe und ist im Rücken häufig länger.
Der Labrador Retriever ist ein sehr aktiver, intelligenter und arbeitsfreudiger Hund. Auf Grund seiner ausgeprägten Freundlichkeit liebt er Menschen und insbesondere Kinder. Gemäß dem Rassestandard sind Eigenschaften wie Wach- und Schutztrieb sowie Schärfe untypisch und daher auch unerwünscht. Der Labrador Retriever ist gelehrig, möchte seinem Besitzer gefallen („will to please“) und lässt ihn daher nicht aus den Augen.
Trotz seiner Leichtführigkeit erzieht sich der Labrador Retriever nicht von allein. Da er zu einem großen und kräftigen Hund heranwächst, sollte von Beginn an eine konsequente Erziehung erfolgen. Der Labrador Retriever ist physisch und psychisch belastbar. Er benötigt regelmäßig keinen harten Drill, sondern lässt sich mit positiver Verstärkung leicht führen. Bei entsprechender Übung wächst ein gut sozialisierter Hund heran, der sich in der Öffentlichkeit freundlich und sicher bewegt.
Der Ursprung des heutigen Labrador Retrievers liegt vermutlich in Neufundland. Es wird angenommen, dass er vom St.-John’s-Hund abstammt. Die ersten Zuchtversuche mit Nachkommen dieser St.-John’s-Hunde fanden Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien statt. statt. Am 7. Juli 1903 wurde der Labrador Retriever als eigenständige Hunderasse vom englischen Kennel Club anerkannt. Ursprünglich wurde der Labrador Retriever nur in der Farbe Schwarz gezüchtet. Später wurde auch die Farbe Gelb und nachfolgend auch die Fabre Braun als eigenständige Zuchtfarbe des Labrador Retrievers anerkannt.
Das Zuchtziel des Labrador Retrievers ist ein gesunder, wesensfester und leistungsfähiger Hund, der dem FCI-Standard entspricht. Auch wenn der Labrador Retriever grundsätzlich ein kräftiger und gesunder Hund ist, kommen in der Rasse (Erb)Krankheiten vor, die erfasst und systematisch bekämpft werden müssen. Zu den wichtigsten Krankheiten zählen Erbkrankheiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Augenkrankheiten. Zur Aufrechterhaltung der Wesensfestigkeit wird für Zuchthunde ein bestandener Wesenstest verlangt. Um die für den Labrador eigentlich typische Leistungsbereitschaft zu erhalten, muss bei einer Paarung wenigstens ein Partner eine jagdliche Prüfung oder eine der Prüfungen abgelegt haben, die vom Anforderungsprofil her dem Wesen des Labradors Retrievers entspricht.
Bei Labrador Retriever handelt es sich grundsätzlich um einen zur Jagd eingesetzten Hund, der vorwiegend für Arbeiten nach dem Schuss eingesetzt wird (Apportierhund). Dabei zeichnet den Labrador Retriever vor allem durch seine enorme Wasserfreudigkeit, seine gute Führigkeit, seine hervorragende Nase, seine Ausdauer und seinen ausgeprägten Apportiertrieb aus. Der Labrador eignet sich auf Grund seiner Merkmale darüber hinaus auch sehr gut für eine Reihe anderer Aufgaben, beispielsweise als Therapiehund, Blindenführhund, Rettungshund, Lawinensuchhund und Spürhund. Auf Grund seines Wesens gilt der Labrador Retriever als idealer Familienhund. Tatsächlich besitzt er viele Eigenschaften, die ihn hierfür geradezu prädestinieren. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass der Labrador Retriever für ein aktives Leben gezüchtet wurde. Neben den obligatorischen Spaziergängen mehrmals am Tag sollte der Labrador Retriever zumindest möglichst wechselnde Apportieraufgaben gestellt bekommen.
Der Labrador Retriever eignet sich für aktive Menschen, die weite Spaziergänge bei jeglichem Wetter nicht scheuen, die den Labrador als vollwertiges Familienmitglied ansehen und bereit sind, die Zeit und Mühe zu investieren, die notwendig ist, um ihm ein rassegerechtes Leben zu ermöglichen. Nur so können sich die vielfältigen positiven Eigenschaften, die der Labrador Retriever mit sich bringt, entfalten. Der Labrador Retriever eignet sich keinesfalls für ausschließliche Zwinger- oder Kettenhaltung ohne jegliche Ansprache. Obwohl der Labrador Retriever auch mal für ein paar Stunden alleine bleiben kann, versucht er auf Grund nicht zuletzt auf Grund seines ausgeprägten „will to please“ ständig mit seiner Bezugsperson zusammen sein. Als Welpe und Junghund sollte der Labrador Retriever möglichst keine Treppen steigen oder größere Höhen im Sprung überwinden müssen. Er gehört zu den Hunden, die schnell wachsen und so rasch ein Gewicht erlangen, das sich bei zusätzlichen Belastungen schädigend auf die noch nicht ausgereiften Knochen auswirkt. Auch im späteren Leben ist darauf zu achten, dass der jederzeit hungrige Labrador Retriever das Herz seines Besitzers nicht mit seinen großen Augen erweicht und zusätzliches Futter erhält. Obwohl der Labrador Retriever unglaublich viel Energie und Kraft besitzt, sind seine Knochen sowie sein Bewegungsapparat auf das Normalgewicht der Rasse ausgelegt. Jedes zusätzliche Gewicht stellt daher eine erhöhte Belastung dar und sollte vermieden werden. Wer einmal einen Labrador Retriever auf Diät setzen musste weiß, wie schwierig dies für beide Seiten sein kann.

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